Matulusgarten

Baukultur in Freilassing

Wenn keiner was sagt

Passenderweise zum Ende der Weihnachtspause präsentiert sich die kleine Stadt mit Ambitionen und ohne Geschichte – so möchte man meinen – im schneebedeckten Winterkleid. Dass manche Räumdienste am Sonntag frei haben, verstärkt diese Impression nur. Dafür sieht man bei vielen Häusern endlich einmal die Bewohner, die fleissig den Schnee beiseite räumen, weil sie wissen, was sich gehört.

Doch nicht nur der Schnee hat sich aufgehäuft sondern auch die Themen, was einerseits mit der Wahl in ein paar Wochen zu tun hat, aber auch mit dem immer neu aufgekochten Problemen, die offenbar regelmässig gepflegt werden müssen, damit sie auch bitte keiner löst.

In diese Scharte scheint auch eine neue Gruppe “GuK BGL” zu schlagen. Sie wollen ein Bindeglied zwischen Gemeinden und dem Landkreis sein, wollen sich aber politisch nicht festlegen. Gewählte Volksvertreter sind ja in der Regel auch Interessenvertreter. So wird das aber schwierig, wenn man nicht sagt, welche Interessen man denn vertritt. (Ja, “kein Extremismus” hab ich gelesen.) Sagen wir’s so: wenn ich in ein Restaurant gehe und man bietet mir Pizza, Burger, Cevapcici, Thai-Curry und Borschtsch an, dann bin ich entweder beim Bonami oder es stellen sich mir Fragen über Qualität und mehr. Leute, was krieg ich, wenn ich für euch unterschreib? Ist doch nicht so schwer, oder?

Dass man sich zur Zeit mit greifbaren Aussagen schwer tut, liegt wohl in der Natur der Sache, wie die Pressemeldung der Stadt zum Thema Gesundheit zeigt. Um den Vergleich mit dem Restaurant weiterzuspinnen, ist dieser Pressetext so etwas wie ein Überraschungsmenü, bei dem man vorher bezahlt aber unter Umständen nur Billigfrass oder gar nichts bekommt. Man ist geneigt, den Liedermacher Ludwig Hirsch (Grüß Gott Salzburg) zu zitieren: 

„No, was willst von einer Stadt, in der ma Salzburger Nockerln frisst.

Der Erfinder dieser Köstlichkeit war sicher ein brutaler Geschmackssadist.

Es is wirklich wahr, da hast nur süße Luft am Teller,

und das ganze wird serviert von einem unfreundlichenKellner.“

Das alte Personalwohnheim wird weiter gepflegt, denn Eigentum verpflichtet ja.

In Freilassing gehts um den Campus, der schon vor vielen Jahren angekündigt wurde („Bei uns wird kein Krankenhaus geschlossen.“) und bei dem man wohl hart daran arbeitet, wertvolles Eigentum der Bürger weiter zu vernichten und sie schliesslich vor vollendete Tatsachen zu stellen. Es wird ganz bestimmt eine Verbesserung für alle, die mit Bau und Beton ihr Geld verdienen. Man hätte in der Meldung auch schreiben können: Wir arbeiten dran! Nächste Frage bitte.

Hier nochmal die Links separat:

GuK BGL: https://guk-bgl.bayern

Pressemeldung der Stadt Freilassing zum Gesundheitscampus: https://www.freilassing.de/gesundheitscampus-gemeinsam-entwickeln/

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