Man sagt, man muss hin und wieder die Umgebung wechseln, damit man erst dann das eigene Zuhause richtig einschätzen und wertschätzen kann. Dabei haben es die Freilassinger ja sehr einfach, denn sie müssen schnell mal nach Salzburg rüber, Nockerln und Bosna in der Festspielstadt geniessen – auch wenn die Salzburger Nockerln nicht jedermanns Sache sind – und schwupps ist man dann wenn die Grenzkontrolle gnädig ist, in 10 Minuten wieder im heimischen Freilassing.

Dabei vergisst man gerne, welch vielfältigen Probleme die Salzburger selbst haben, sei es Wohnraum, Verkehr, Skandale etc. Denn als Besucher sieht man meist nur das Oberflächliche. Dort war ja zuletzt der CSD, der diesmal nicht so heissen darf. Also diesmal Salzburger Klangparade. Zurück in Freilassing kommt man gerade nach dem Vespa-Treffen gerade richtig zum Weinfest. Oder in meinem Fall am Sonntagmorgen zu den Überbleibseln desselben. Wenn der Müll ein Indikator ist, dann war das bestimmt ein tolles Fest. Warum die Brunnen gerade kein Wasser führen? Ist halt so. So wie auch beim Bauhof weiter die Flaggen fehlen. Da gibts bestimmt viel zu tun.


Und genauso wie hier die leeren Flaschen entsorgt werden, gönnt sich BGL24 auch ein 2-teiliges Interview mit dem früheren Landrat Kern, der ja mittlerweile im Allgäu seine Talente als Kommunalpolitiker einsetzen darf. Seine Selbstreflexion ist bemerkenswert und leider auch ein Zeichen der Zeit. Die Selbstkritik, die der Titel verspricht, findet nicht wirklich statt. Für einen Landrat, der seiner Partei einen Bärendienst erwiesen hatte, gegen den noch immer eine Klage am Laufen ist in Sachen Kahlschlag an der Matulusstraße – um nur ein paar Aspekte zu nennen – ist das nach meinem Dafürhalten ein Armutszeugnis.

Dass er dann auch noch seine Immobilienmonstranz der 130 Wohnungen an der Matulusstraße und weitere unbestätigte Bauten als Erfolgsprojekt feiert, spricht für sich aber nicht für ihn. Man soll Reisende nicht aufhalten… aber wenn diese sich zu Wort melden, dann müssen sie auch in der Ferne mit dem Echo leben. Nein, wir haben auch keine Wehmut. Oh wie schön ist Panama.

In anderen Neuigkeiten hat der diesige Bürgermeister versprochen, dass der Birkenweg nach den Pfingstferien wieder begehbar ist. Tja. Nur ist “nach den Pfingstferien” eine vage Aussage, wie sie wohl nur Politiker wertvoll finden.
Kum i heid ned, kum i moang.
Einfach nur gut 👍 und leider zutreffend.