Das Märchen vom bezahlbaren, warmen Wohnen

Fernwärmeleitung im praktischen "Einsatz"
Fernwärmeleitung

Beim Thema „bezahlbares Wohnen“ geht es nur sehr eingeschränkt um das Wollen aber nicht Können unserer Volksvertreter. Gerne wird ja diskutiert, ob Freilassing vielleicht nur mehr eine Schlafstadt ist, ein Vorort von Salzburg, oder vielleicht doch noch eine eigene Identität hat. Identität hat man auch mit „gut gemachten“ Gebäuden welche nicht beim bloßen Anschauen schon Brechreiz auslösen.

Was macht „wohnen“ bezahlbar?

Natürlich geht es schon vor Beginn um Grundstücks-, Planungs- und Ausführungskosten. Deutsche Standards sind hoch, die der DIN-Normen noch viel höher, den daraus entstehenden Preis kann bald keiner mehr bezahlen. Irgendwann nicht mal mehr die Salzburger.

Was viele außer Acht lassen…die laufenden Kosten

Als Ergänzung zu den auf dieser Seite begleiteten Themen würde es sich schon mal lohnen, einen Blick auf eben, diese laufenden Kosten, zu richten. In aller Stadtrats-Munde ist ja die Habeck’sche Wärmeplanung. So recht scheint das keinen zu interessieren. Warum auch, läuft ja (vermeintlich) nebenbei, wird auch nicht wirklich an die große Glocke gehängt, aber ist der „Bock“ erst erlegt, ist es zu spät über Versäumnisse nachzudenken.

Deutschland rettet die (Um-)Welt

Auf unserem extrem hohen moralischen Stand ist es unseren Politikern natürlich höchster Anspruch, uns Bürger CO2-neutral zu machen. Wie das zu geschehen hat, mit dem „Wohnen“ das tägliche Leben am allermeisten betreffend, wurde uns ja von der Ampel mit der Wärmeplanung vorgegeben.

Habeck sagt(e), alles wird gut, so wir alle eine „Wärmeplanung“ machen und uns dann fröhlich an die vom Staat geförderten…Moment mal, wer war nochmal der Staat…Fernwärmenetze anschließen lassen. Das funktioniert dann über sog. Beratungsbüros, welche vorne beraten, und hinten planen. Fernwärme natürlich.

Für eine Kommune in der Größe von Freilassing werden lt. schlauer KI zwischen 40 und 110.000 € fällig um etwas festzustellen, was jeder kundiger Freilassinger sowieso weiß. Man kennt die Struktur in Freilassing, man weiß, dass man keine industrielle (Abfall-)Wärme hat, man weiß, dass man keine Geothermie hat, die allermeisten wissen, dass die Salzach die meiste Zeit sehr wenig Wasser führt und gelegentlich doch mal über ihre Ufer schaut. Was habe ich vergessen? Jawoll, wir alle wissen, wir haben in unserer Gegend verdammt viel Wind. Satire aus.

Vorläufiges Ergebnis – „stadträtlich“ zur Kenntnis genommen

Auf der städtischen Homepage kann man sich das entsprechende Beratungsergebnis ansehen. Dabei sind mehrere Gebiete als mögliche Fernwärme-Vorrangflächen identifiziert worden.

Nun wäre es ja nicht so, als wüsste man in Freilassing nicht allzu genau, was „Fernwärme“ denn für ein Klotz am Bein ist. Man hat ja eines. Heizwerk Zirbenstrasse. Verluste jährlich bis zu 37,95 %. Das wäre also in etwa so, als würde man beim Bräu aus Teisendorf oder auch aus Petting, 10 Maß Bier bestellen, diese auch sehr brav bezahlen, und nur 6 Maß zum trinken auf den Tisch bestellt bekommen. Hier handelt es sich um eine völlig korrekte Variante modernen Prozentrechnens. Aber das Ergebnis ist nun mal wie es ist.

Welchen Sinn macht die Wärmeplanung

  1. Der Staat sagt: Es werden neue Häuser nurmehr gebaut, wenn sie praktisch keine Wärmeenergie mehr benötigen.
  2. Der Bestand ist so brutal teuer zu sanieren, dass dieser ebenfalls praktisch keine Wärmeenergie mehr brauchen sollte.

Wieso es, wenn man einem Fernwärmesystem per Gesetz die eigene Geschäftsgrundlage entzieht überhaupt noch über die sehr teure Fernwärme in Stadträten gesprochen wird? Muss man nicht verstehen.

In Bad Reichenhall hat es allerdings schon eine Idee gegeben…

Man mache als Kommune ausgelagerte Firmen, die „produzieren“ Strom und Wärme, man hat ein kommunales Wohnungsunternehmen, die kaufen die Ware dann praktisch „in(m)house“ dann ohne Ausschreibung ein…wer bezahlt? Natürlich jener, der sich Gedanken macht um „bezahlbares“ Wohnen.

In einem nächsten Beitrag beleuchten wir dann mal die Kosten für so ein städtisches Spielzeug, was kostet ein Meter Leitung, wieviel Liter Diesel gehen in Form von Wärme bzw. Gehsteigheizung pro Meter und Jahr „verloren“….man wird sich wundern wenn man sich etwas mit diesem Thema auseinandersetzt. Und man sollte sich damit auseinandersetzen, denn wir alle sind es, welche diese Abenteuer im wahrsten Sinne des Wortes teuer bezahlen werden…

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