Was wäre Freilassing ohne Kaufland, Globus und Scharl? OK, das ist jetzt nicht ganz fair, das gebe ich gerne zu. Doch für eine detailliertere Auseinandersetzung fehlt mir grade einfach der Nerv und die Zeit. Ausserdem habe ich ja zu den anderen Lichtgestalten des Freilassinger Stadtbilds schon des öfteren geschrieben.
Nun gut, wer es nicht kennt: Scharl ist eine Baufirma mit Wurzeln in Freilassing und Steuern in Starnberg. Wer kennt nicht die ortsbildprägenden Bauten wie das Freilassing Central oder das Floriani-Dingens. Gerade hat man am Naglerwald Wohn und Geschäftsgebäude eingeweiht, hat sich den Segen der Stadt für einen Wohnkomplex hinter dem Weissbräu Biergarten in der Kreuzederstraße geholt, da kommt auch schon das nächste Projekt. Diesmal geht es darum Hofham weiter zu beglücken. Als hätte man dort nicht schon genug unter der Nachverdichtung und dem Straßenausbau zu leiden gehabt. Der ehemalige Schnitzer soll weg und dafür ein Wohn- und Geschäftshaus hin.



Leider sind meine Bilder noch vor der großen Katastrophe erstellt worden – vor dem Ausbau der Reichenhaller Straße. Deshalb sind dort noch so verstörend viele Bäume zu sehen. Ich bitte das zu entschuldigen. Man sieht, dass der Neubau den örtlichen Stil weiterführt. Man benutzt Elemente aus den vorherigen Bauprojekten und steckt diese zusammen. Für den Bauteil an der Straße setzt man auf den Stil der Graf-Lodron Straße mit dem Anschein eines Walmdachs und überdimensionierten Gauben in Verbindung mit Glasbalkonen. Der hintere Teil ist dann ein wenig ein Rückfall in die Toskanabauten in Salzburghofen. Egal. Dem Bauausschuss gefällt’s und die Standardbauweise ist bereits als Baunorm genehmigt. Kein Grund gestalterische Experimente zu riskieren.


Dabei ist es noch keine 100 Jahre her, da war der nördliche Teil der Reichenhaller Straße die Visitenkarte für Reisende, die mit der Bahn in der Stadt ankamen. Damals baute man Villen und Häuser, die ein bestimmtes Selbstwertgefühl vermitteln sollten. Noch heute kann man Überbleibsel davon finden, wie Teile der Waldvilla und andere. Heute will da keiner mehr und deshalb sieht die Reichenhaller Straße so aus, wie sie jetzt ist: Ein Sammelsurium überkommener Bauideen aus den 80er Jahren.
Freilassing braucht Wohnungen. Also gibts da keine Diskussion. Übrigens ist gleich neben dem Schnitzer ein Haus mit Ferienwohnungen. Ein Thema, das gerade wieder hochgespült wurde. Noch ein paar Monate vor der Wahl hätten sich verschiedene Gruppen dazu lautstark geäussert. Heute geht das unter “ferner liefen”. Wie doch sehr vieles nach der Wahl anders aussieht als noch zuvor. So haben wir jetzt 4 Bürgermeister, weil – so wurde mir erklärt – die CSU ein Trostpflaster brauchte. Also ist der Herr Hasenknopf ein “weiterer Bürgermeister”.

Ebenso hat der parteilose Bürgermeister, der bei seiner ersten Wahl noch sagte, dass es nicht notwendig sei, dass ein Bürgermeister auch im Kreistag vertreten ist, heute als Mitglied der GuK eine andere Vorstellung davon. Dort beschwert man sich, dass man mit 3,5% der Stimmen nicht passend repräsentiert sei. Schliesslich ist der Herr Hiebl ja Bürgermeister von Freilassing. Man vermisst hier die Berücksichtigung von Randgruppen in Gremien und Ausschüssen. Demokratie ist halt so, wie sie ist und vielleicht kann GuK bei der nächsten Wahl auch mehr Wähler durch gute Arbeit überzeugen. Ja, ich weiss: der Teufel steckt im Detail. Aber halt nicht nur dort.
Das Bebauungs-Stadtbild ähnelt einem Spielteppich mit viel Legostädten von viel Kindern unterschiedlichen Alters. Für Eltern lieb……Objektiv gesehen übelst!