Wer braucht schon Oscars?

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So, die Wahl ist vorbei. Zumindest der Freilassinger Teil. Die Stichwahl um den Landrat und Nachfolger vom umtriebigen Herrn Kern ist in den letzten Zuckungen, welcher Berchtesgadener es denn diesmal wird. Es scheint, als hätte Saaldorf als Karrieresprungbrett erst einmal ausgedient. Auch recht. 

Jetzt beginnt wieder der Ernst des Lebens, möchte man sagen. Denn während man in Hollywood den roten Teppich für die großen Leinwandstars ausrollt wegen der schauspielerischen Leistungen oder wegen der Klamotten zum Preis eines Mittelklasse PKWs geht in Freilassing ein ganz anderes Schauspiel in die nächste Runde bzw. in den Bauausschuss. Leider zu einer unfreundlichen Zeit für Zuseher, nämlich um 15:00 am Dienstag. 

Wenn Häuser ein Gesicht haben…

Natürlich geht es wieder einmal um den „einfallsreichen“ Immobilienexperten der db Wohnbau, Hollmann. Der, frech wie Oskar (ja, ich weiss: Billiges Wortspiel. Dann passt das doch, oder?), war ja mit seinem Neubau in der Matulusstraße 19 schon ein paar Mal Protagonist dieses Schauspiels. Mal waren es Ausrichtung, mal die Maße, dann die sich ändernde Zahl von Wohnungen und der Stellplätze. Die Anzahl der Wohnungen ist wohl immer noch ein großes Geheimnis, so als könnte man da nicht mal einfach nachschauen, warum es 5 Klingeln braucht. 

Mietangebote Matulus19

Das Haus selbst ist keine Schönheit. Es ist eher das ungeliebte Kind von Behördenwahnsinn, Gier und Gestaltungsdemenz. Aber der nächste Akt ist der Wunsch zwei der Wohnungen als Ferienwohnungen umwidmen zu können. Wir reden hier von der Dachwohnung mit knapp 140 qm, die derzeit zur Miete für 2.300 kalt angeboten wird, sowie die 77 qm Gartenwohnung, die man zur Zeit für 1.300 kalt mieten darf. Stellplatz extra, versteht sich.

AirBnB Verfügbarkeit

In Freilassing gibt es zur Zeit ca. 100-200 Betten via AirBnB und ähnliche Plattformen. Damit wirft man natürlich solche Besitzer, die grade mal eine Einliegerwohnung haben, oder das Dach ausgebaut haben, mit professionellen Anbietern und eben Hollmann durcheinander. Ist das noch verträglicher Wohnbau mit nachhaltigen Prinzipien oder einfach eine Verarsche? Ich stelle mir die Käufer der Gartenwohnung vor, wenn auf der Terrasse nebenan jedes Wochenende ein anderer Junggesellenabschied gefeiert wird. Ich habe so eine Vermutung, dass sich der Anbieter wohl etwas verschätzt hat und jetzt alle Möglichkeiten ausloten will.

Für die Stadt ist es auch delikat. Schließlich will genau diese einfallsreiche Wohnbau Firma auch in der Eichetstraße viel zu große Wohnungen bauen. Das ist der Fleck, der zur Zeit und schon länger als Abraumhalde dient. Wer hier kein Muster erkennt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Aber die Verwaltung will ja investorenfreundlich sein. Gibt man jedoch hier nach, könnte das ein Präzedenzfall werden. Gleichzeitig wird es interessant sein, zu sehen, was aus den großen Reden der Wahl geworden ist. Wer positioniert sich wie in der neuen Saison? Denkverbote, Perspektiven, Miteinander, für die Bürger? Oder doch noch ein billiger Kompromiss? 

Das offizielle Protokoll der Stadt gibt es dann wohl erst nachdem die Münchner Straße fertig ist. Prioritäten halt. Stand heute ist das letzte Protokoll der Sitzungen vom Juli 25. Ehrlich. Wenigstens die Oscar Verleihung gibts live.

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