Die Schatten werden länger. Der Sommer ist kalendarisch vorbei. Und in Freilassing bewegt sich was. Die Erleichterung in der Stadt war für alle spürbar, die sich damit beschäftigen. Das war auch dringend notwendig, wenn man sich die allgemeine Gemengelage vor Augen hält. Damit sind nicht nur die Hintergrundgeräusche in der Sommerpause gemeint, die ja nicht zufällig in diese Zeit fielen. John GmbH’s (John-Toys) Personalreduktion, Landkreiskliniken mit Personalabbau, Flaggendiskussionen sowie einige andere Themen, die es gar nicht so richtig in die Presse geschafft haben. Auch vorher schon musste man Aicher’s Projektphantasien aufgeben, die doch als wesentlicher Bestandteil der lokalen Gesundheitsstrategie gedacht waren. Der Straßenumbau dauert länger als gedacht und auch die neue Grundschule hinkt eher als dass sie läuft.

Da war es allen anzumerken, wie die Vorstellung des ersten Käufers auf dem Gewerbegebiet Eham I allen Unkenrufen zum Trotz nun doch Geld in die Kassen spülen wird. Der Bürgermeister hat aus den Fehlern seines Vorgängers gelernt. Zusätzlich hat dann noch das Landratsamt den Verkauf des Grundstücks an der Matulusstraße an die Lebenshilfe bekanntgegeben. (Nein, das ist nicht das alte Personalwohnheim.)


Doch die schweren Brocken liegen noch auf dem Tisch. Und auch wenn es mich freut, wenn die Fläche, die nach damaliger Version von Schmölzl und Co gehobene Apartments für einige Duzend Käufer tragen sollte, nun doch mit der Lebenshilfe einen Dienst an der Allgemeinheit findet.

Ich bin gespannt, wie die Stadt mit der Gestaltung der neuen Gebäude umgehen wird. Schliesslich stellen die beiden Gebäude mit dem festen Durchgang einen baulichen Riegel von mehr als 60 Metern dar. So etwas träumt der Berater der Stadt aus Würzburg sonst nur für die Münchner Straße, nicht aber für eine Mischbebauung, wie sie in der Matulusstraße vorhanden ist. Man hofft, dass sich ein guter Architekt der Sache annimmt.
Denn auf der anderen Straßenseite hat sich ja gezeigt, wie ein Bauträger der Stadt in Sachen Stadtbild und Bebauung geradezu auf der Nase herumtanzt. Nein, ich sehe diese Gefahr bei der Lebenshilfe nicht, die ja bisher meist im guten Miteinander mit der Umgebung gebaut hat.
Das kann von von dem anderen Projekt der Ära Kern wirklich nicht behaupten. Die 134 Wohnungen der Oberbayrischen Heimstätte wären ein Offenbarungseid der Stadtplanung und ein katastophales Signal für die Weiterentwicklung. Vielleicht aber kann die Stadt jetzt mit dem Rückenwind von Eham I und der Lebenshilfe etwas mehr als Gentrifikationsarchitektur fördern. Regionale Eigenheiten, Selbstbewusstsein statt der Selbstverwirklichung von Investoren.
Mir scheint, ich bin grundlos und verhalten optimistisch.
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