Schachteln rein, Schachteln raus

Wer kennt das denn nicht: da wird man regelmässig daran erinnert und doch steht auf einmal Weihnachten vor der Tür und man hat nur noch ein paar Tage, um Geschenke einzukaufen. Oder man war doch gerade noch schnell am Gardasee und schon ist der November da und man muss urplötzlich die Sache mit den Winterreifen organisieren. Natürlich jammert man dann über den Streß und unvorhersehbare Dinge, die für die ungeplante Hektik verantwortlich sind. 

Es gibt aber auch manche, die behaupten, man brauche das, diesen Streß und das Adrenalin wenn man bis nach Mitternacht noch Geschenke einpackt. Und tatsächlich gehört das bei manchen Berufen ja dazu. Wer schon einmal die ein oder andere Messe veranstaltet hat und 24 Stunden vor Eröffnung über die Stände geht, glaubt nicht, dass das noch was wird. Tatsächlich ist dann aber am Tag der Eröffnung alles pipi-fein. 

Eingang Bräuhausstraße

So muss es wohl auch der Stadt ergangen sein mit der Fast-Fertigstellung der neuen Grundschule. Ich weiss: das heisst offiziell Erweiterungsbau. Ist es aber nicht. Da wird die alte Schule eher zweckentfremdet oder umgewidmet oder wie man das auch bezeichnen will. 

Der Neubau ist innen mehr oder weniger fertig und sein ca 2 Wochen wird auch im Umfeld hektisch gearbeitet. Anstelle einer glanzvollen Eröffnung gibt es dafür einen verständnisvollen Artikel, wie man mit dem halbfertigen Bau denn umzugehen hat. 

Meine Sympathie hat der Neubau architektonisch und städtebaulich nicht. Das hatte ich ja schon geäussert. Und auch am Münchner Modell habe ich so meine Zweifel. Allerdings ist das innen ganz hübsch geworden. Viel Holz und viel Glas. Ideal für Kinder oder für ein Museum, denn wir sollen ja nach Sozialraumstudie alle aussterben, wenn das nicht schon die AI früher erledigt, wie man gegenwärtig immer wieder lesen muss. Aber bis dahin ist ja noch Zeit, wie Weihnachten halt.

Völlig überraschenderweise hat man auch vor kurzer Zeit festgestellt, dass man die Container nicht mehr braucht und hat jetzt schon angefangen, diese auszumisten, damit sie irgendwann wieder den Park freigeben könnten. Schier unglaublich, welche Schätze dem Pletschacher da in seine Container gelegt werden.

So wie die einen Containerschachteln wegkommen, wird 700 Meter nördlich der Steinmetzbetrieb entfernt, damit man dort neue Wohnschachteln bauen kann. Der Ortsteil mit dem „dörflichen Charakter“ scheint geradezu nach Schachtelarchitektur zu schreien. Der Stadt sind dabei die Hände gebunden, weil seinerzeit, als man Bauvorgaben machen konnte, alle auf den Händen gesessen sind. „Des passt scho.“ 

30 Wohnungen als ETW. Es wird bestimmt genau so aussehen. Oder?

Was sonst noch los war in der Sommerpause? Feiern, Sonne, Hitze und Parteipropaganda. Mal schauen, was davon noch übrig bleibt. Am ersten Schultag lernen die Schüler gleich ein neues Wort: Prokrastination. Und wer das nicht kennt, kann ja bis morgen warten.

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