Plätze sind eines der Lieblingsthemen, wenn es um die Planung und Gestaltung einer Stadt geht. Mit gemischtem Erfolg, wie alle Freilassinger bestimmt wissen. So will es der Masterplan Innenstadt, den der umtriebige Herr Schirmer mit der Stadt entwickelt hat, aufbauend auf dem ISEK. Kann man alles auf der Seite der Stadt nachlesen, wenn man will.


Parkplätze. Check. Funktioniert. Spielplätze. Auch Check. Funktioniert. Bei den anderen Plätzen ist das eher nicht so. Den Salzburger Platz (früher Rathausplatz) kann man getrost vergessen. Er hat eine Anziehungskraft wie der Luise-Kiesselbach Platz in München zu seinen besten Zeiten: eine Drehscheibe für den Autoverkehr. Dann will man noch einen Jahnplatz schaffen, am Anfang des Jahnwegs, einen Lindenplatz und so weiter.


In den Plänen stehen da dann einfach eine Gruppe unmotivierter Bäume und in den Skizzen lungern da dann auch noch irgendwelche Leute rum. Dabei haben Plätze in anderen Städten sicherlich ihre Anziehungskraft. Der ein oder andere wird das sicher kennen. Doch das Problem ist etwas anderes: der Zweck und der Sinn. Ein Platz mag noch so schön gestaltet sein, letztendlich wird er aber nur benutzt, wenn man einen Grund hat, auf diesem Platz zu sein.

Beim Salzburger Platz ist der Zweck, möglichst schnell wieder weg zu sein. Hier lädt nichts zum Verweilen ein und auch die alte Lok hätte hier nichts geholfen. Baulichen Schindluder gibt es hier genug zu sehen.

Nehmen wir doch den Jahnplatz. Man hätte ihn auch Scheidplatz nennen können, denn das ist der zentrale Punkt in dieser Gegend. Plätze werden bestimmt durch ein Angebot, das den Platz umgibt, durch Gründe sich auf dem Platz aufzuhalten. Da kommt also wieder die Aufenthaltsqualität. Ich fürchte, im Moment können das nur gastronomische Angebote sein. Davon gibt es ja auch ganze 4 in der Fussgängerzone. Die letzten Zugpferde sind wohl der Müller und…und…ja, wer eigentlich noch? Ergänzungsgeschäfte wie Friseur, Beauty, Nail etc. nehmen zu während Kerngeschäfte verschwinden.

Wenn es genug gute Gastronomie gibt, dann können sich daran auch richtige Geschäfte aufbauen. Nicht die großen Namen, dafür aber regionale und ortstypische Angebote. Für überregionale Angebote ist die Verkehrsanbindung einfach noch zu schlecht. Dazu müsste man aber auch der Gastronomie gewisse Freiheiten geben und einen lebensfähigen Kompromiss mit den Anwohnern finden. Erst dann machen Plätze Sinn und nur dann ist die Neugestaltung kein rausgeschmissenes Geld.
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