Dort wo die Mächtigen zaudern. Was unsere großen Politiker meiden wie der Teufel das Weihwasser. Das ist die Zeit nach der Wahl. Wenn es um die Arbeit des Alltäglichen geht. Nicht um große Programme mit hochtrabenden Namen, sondern um die Niederungen der Kommunal- und Lokalpolitik. Wenn man über Sitzbänke, Fussgängerzonen, Gesundheitsversorgung, Schulen und ähnliche Tagesthemen diskutiert.

So fragt man sich in der ehrwürdigen Partei, warum all die Wahlkampfaktionen nicht funktioniert haben, ob es denn an den Kandidaten läge, oder was der Wähler wieder einmal nicht richtig verstanden habe. Tatsächlich aber liegt das weniger an den Kandidaten, sondern viel mehr an der Übergriffigkeit aus München. Der Herr Söder, der jetzt schon wieder nach USA unterwegs ist, weg von Leberkässemmel, Blut- und Leberwurst, hat mit seinen Wahlkampfaktionen genau das Gegenteil bewirkt, von dem was bezweckt war. Seine Aktionen und Besuche waren sozusagen der Todeskuss des Markus Söder.

Statt den Leuten vor Ort zu vertrauen, hat sich die Landespolitik eingemischt. Das hat funktioniert. Nur eben nicht so, wie geplant. Die Wähler haben sich an die gebrochenen Versprechen erinnert, an die Ignoranz gegenüber lokalen Problemen, an die Meinungen, die sich fast im wöchentlichen Rhythmus geändert haben. Das erinnerte dann auch wieder an die verfehlten Aktionen des Landrats und den Versuch, das unter den Teppich zu kehren. Man hätte doch einfach nur die Leserbriefe lesen müssen. Was haben die Mächtigen in München nicht alles auf den Weg gebracht. Wir hätten es fast schon vergessen.





Auch in Freilassing ist man schon nach der Wahl. Statt Wahlkampf putzt man sich vielerorts für Ostern heraus. Auch wenn die Kassen geplündert sind, versuchen Leute das mit geschmackvoller und ideenreicher Deko zu überspielen. Schließlich kommt der Frühling und alle Gärten leuchten schon vor Farben. Nicht so bei der Stadt. Denn das Talent zum Dekorieren hat bei uns nicht nur die Vorweihnachtszeit vergessen, sondern die komplette Verwaltung gemieden. Anthrazit ist wohl die aktuelle Ausrede. Denn was bei Mülltonnen und beim Bauhof funktioniert, kann ja auch in der Hauptstraße nicht so falsch sein, oder?



Freilassing zeigt sich am Palmsonntag nicht von seiner besten Seite, was das betrifft, aber vielleicht ist man einfach nur ehrlich oder faul. Die Interpretation schenke ich mir. Genauso wie das Verständnis über die Lieblosigkeit in der Behandlung des Georg-Wrede Parks. Neuerdings gibt es auf dem Weg zum Badylon eine Gitterallee. Vielleicht ist das so ein Gittergang wie früher im Zirkus bei den Raubtiernummern. Oder nur ein Vorbote kommender Neugestaltung mit anthrazitem Betonpollern? Irgendwie gut, dass die Bevölkerung dabei nichts zu sagen hat. Uns fragt ja keiner. Oder ist es nur ein Versprechen auf die nächsten 6 Jahre? Dann gibts im März wieder Blumen weil Wahlkampf ist.
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