Dass hässliche Neubauten dort hingebaut werden, wo sie eigentlich am unpassendsten sind, ist jetzt nicht wirklich eine Neuigkeit in unserer kleinen, aufstrebenden Stadt. Genausowenig wie Freilassing mit diesem Thema alleine da steht. Das geht wohl allen so. Man hat sich Nachverdichtung als Lösung für die Schaffung von neuem Wohnraum auf die Fahnen geschrieben. Dabei ist es in Freilassing ja gerade der bezahlbare Wohnraum, der genauso wie Einzelhändler in der Fussgängerzone, Mangelware ist.
Man hat also für den Bereich, in dem auch die Matulusstraße liegt ,einen neuen Bebauungsplan beschlossen, um Nachverdichtung und damit neuen Wohnraum zu schaffen. Das wiederum ist natürlich eine Steilvorlage für die db-Wohnbau, die in der Stadt kein Unbekannter ist wenn es darum geht, die Möglichkeiten bis auf das letzte Iota auszunutzen und dabei sowohl ethische Belange als auch gestalterische Rücksichtnahme hintan zu stellen. Das hat sich schon in der Matulusstraße 19 oder am Wohnprojekt Eichetstraße sowie den geplanten Flüchtlingscontainern an eben dieser Stelle deutlich gezeigt. Und das wird, dazu muss man kein Prophet sein, nicht das letzte Projekt dieser Art sein.

Nein, er steht damit nicht allein. Das sieht man am Neubau neben dem Rieschen – hier nur als stellvertretendes Beispiel.
So hat wohl Frau Lausecker Recht, wenn sie „anregt“, über eine Änderung des Bebauungsplans nachzudenken. Da wundert es doch, dass das noch nicht geschehen ist. Ebenso schwant einem Böses, wenn man darüber sinniert, wie wohl die Stadt den Bauturbo umsetzen möchte. Ich bin mir sicher, Hollmann und seine Architekten haben da schon die ein oder andere Idee.

Darüber hinaus ist der Ort des Neubaus nicht ohne Brisanz. Schliesslich liegt gegenüber ja das Gelände des ehemaligen Krankenhauses mit dazugehörigen Grundstücken. Dort hat die Stadt eine Veränderungssperre beschlossen, um die Planung für den Gesundheitscampus zu sichern. Diese Sperre läuft am Samstag aus (1. August 2026). Über eine Verlängerung wurde nichts berichtet. Offenbar plant man schräg gegenüber dem Hollmann Projekt eine noch massivere Ansammlung von Neubauten, wie sie schon vor einiger Zeit vom Landrat Kern vorgestellt wurde. Eine Bürgerbeteiligung ist ohnehin nicht geplant wie man hört. Warum also dem Hollmann versagen, was man selbst noch schlimmer plant?

In dem Kontext liest sich dann der Kommentar von Herrn Helminger, dem es wichtig ist, dass sich die Stadt als verlässlicher Partner für Investoren präsentiert. Investoren werden sich genau ansehen, was Hollmann macht und werden daraus ihre Schlüsse ziehen. Man ist ja lernfähig. Die Stadt fordert es geradezu heraus, es dem Hollmann nachzumachen.

Dann gibt es noch die anderen Investoren. Diejenigen, die vor vielen Jahren ihr Geld in ein Eigenheim gesteckt haben, die im Vertrauen auf die Werthaltigkeit der Immobilie und dem entsprechenden Schutz ebendieser durch die Gemeinde in dieser Umgebung investiert und gebaut haben. Das sind die zukünftigen Nachbarn des Hollman Projekts. Wie ist wohl hier die Aussendarstellung für zukünftige Häuslebauer, wenn man damit rechnen muss, dass irgendwann ein gewiefter Architekt direkt daneben einen Wohnblock plant und damit der Wert der eigenen Immobilie den Bach runtergeht? Hier sollte die Stadt mitsamt Verwaltung und Volksvertretern Zeichen setzen.
Wie wird der Bürgermeister zitiert? „Wir sollten aufzeigen, dass wir die Kompetenz haben und uns
an Recht und Ordnung halten(…)“. Ich frage mich, ob das wirklich so ist.
Seit Jahren ist die Stadt Freilassing bestrebt, diese mit allen Kräften zu verschandeln und zum abschreckenden Beispiel einer Kleinstadt zu machen! Wenn ich an Herrn Kern denke….von dem konnte man ja nichts als „Schrott“ erwarten (in welcher Beziehung such immer)